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Tapetenhersteller seit 1886 · Made in Germany

Geschichte der
Tapeten­her­stel­lung
in Deutschland.

Von der handgedruckten Luxustapete des Barock über die dampfbetriebene Massenproduktion des 19. Jahrhunderts bis zum präzisen Digitaldruck der Gegenwart: Die Geschichte der deutschen Tapetenherstellung ist eine Geschichte handwerklicher Innovation, industriellen Wandels und gestalterischer Kontinuität.

Caspar Manufaktur in Gruiten bei Düsseldorf produziert seit 1886 Tapeten — und hat alle Epochen dieser Entwicklung als aktiver Betrieb miterlebt.

Meilensteine im Überblick
~1650
Erste Tapeten aus Frankreich erreichen Deutschland
1763
Erste deutsche Tapetenmanufaktur in Kassel
1839
Erste dampfbetriebene Druckmaschinen in Deutschland
1886
Gründung Caspar Manufaktur in Gruiten bei Düsseldorf
1970er
Vinyl und Vliestapeten lösen Papiertapeten ab
2000er
Digitaldruck ermöglicht individuelle Maßtapeten
~400
Jahre Tapetengeschichte in Deutschland
1763
Erste deutsche Tapetenmanufaktur (Kassel)
1886
Gründungsjahr Caspar Manufaktur
140+
Jahre aktive Produktion in Gruiten
17. – 18. Jahrhundert

Die Anfänge:
Luxus aus Frankreich

Tapeten kamen nicht aus Deutschland. Die ersten wandfüllenden Papierbahnen — damals noch als Ersatz für teure Wandteppiche gedacht — entstanden im 17. Jahrhundert in Frankreich und England. Dominotiers in Paris druckten ornamentale Muster auf Einzelblätter, die zu Bahnen zusammengeklebt wurden. Ein Luxusprodukt für den Adel und das reiche Bürgertum.

Nach Deutschland gelangten Tapeten zunächst als Importware. Die wohlhabenden Schichten der deutschen Fürstenhöfe ließen sich Wandbespannungen aus Paris kommen — aufwendige Handdrucke mit Naturmotiven, Ornamentik oder chinesischen Dekors, dem sogenannten Chinoiserie-Stil, der im 18. Jahrhundert ganz Europa begeisterte.

Die erste nachweislich deutsche Tapetenmanufaktur wurde 1763 in Kassel gegründet — auf Betreiben von Landgraf Friedrich II., der die heimische Produktion fördern wollte. Weitere Manufakturen folgten im Laufe des 18. Jahrhunderts in verschiedenen deutschen Städten.

Produziert wurde von Hand: Holzmodel oder Kupferplatten wurden mit Farbe bestrichen und auf Papierbahnen gedruckt — oft 20 bis 30 Einzeldrucke für ein einziges komplexes Muster. Die Qualität war außergewöhnlich, die Menge gering, der Preis entsprechend hoch.

Historischer Kontext
Das Deutsche Reich wurde erst 1871 gegründet. Die frühen Tapetenmanufakturen operierten in einem zersplitterten politischen Raum zahlreicher Fürstentümer — jede Region hatte ihre eigene Produktionstradition und Stilsprache.
19. Jahrhundert

Industrialisierung:
Tapeten für alle

Das 19. Jahrhundert veränderte alles. Mit der Industrialisierung kamen dampfbetriebene Druckmaschinen, die Tapeten in Massen produzieren konnten. Was vorher ein Luxusgut war, wurde erschwinglich. Erstmals konnten auch bürgerliche Haushalte ihre Wände mit Tapeten bekleiden.

In Deutschland entstanden in dieser Zeit zahlreiche neue Tapetenwerke — besonders im Rheinland und in Westfalen, wo die Nähe zu Kohle und Transportwegen die industrielle Produktion begünstigte. Die Produktionsmengen explodierten, die Preise sanken, die Vielfalt der Muster wuchs.

Technisch dominierte der Walzendruck: Gemusterte Walzen übertrugen Farbe in einem kontinuierlichen Prozess auf die Papierbahn. Mehrere Walzen hintereinander ermöglichten mehrfarbige Drucke — ein Verfahren, das die Massenproduktion erst wirtschaftlich machte.

Caspar Manufaktur — Gründungsjahr 1886
Gegründet in der Blütezeit der deutschen Tapetenindustrie
Caspar Manufaktur wurde 1886 in Gruiten bei Düsseldorf gegründet — mitten in der Hochphase der deutschen Industrialisierung und dem Boom der rheinischen Tapetenwirtschaft. Das Rheinland war damals eines der produktivsten Gebiete der deutschen Tapetenherstellung. Der Betrieb hat seitdem ununterbrochen produziert.

Die Gründerzeit brachte auch stilistisch eine Explosion: Historismus, Jugendstil, Orientalismus — jede Strömung fand ihren Ausdruck in Tapetendekors. Deutsche Hersteller exportierten ihre Muster in die ganze Welt und galten als stilprägend für den europäischen Massenmarkt.

Epochen im Überblick

Vom Jugendstil
zur Moderne

1890 – 1910
Jugendstil
Organische Formen, Naturmotive, florale Ornamentik. Der Jugendstil machte die Tapete zum zentralen Gestaltungselement bürgerlicher Interieurs. Deutsche Hersteller waren stilprägend für ganz Europa.
1920 – 1930
Bauhaus & Moderne
Das Bauhaus in Dessau entwickelte eine neue Tapetenästhetik: reduziert, geometrisch, funktional. Die berühmten Bauhaus-Tapeten wurden von Rasch produziert und sind bis heute Designklassiker.
1950 – 1970
Wirtschaftswunder
Der Nachkriegsboom bescherte der deutschen Tapetenindustrie ihre größte Aufschwungphase. Fast jeder Haushalt tapeziierte. Pastellfarben, abstrakte Muster und organische Formen prägten die Ära.
1970 – 1990
Vinyl & Vlies
Neue Materialien veränderten die Industrie: Vinyl- und Vliestapeten lösten die klassische Papiertapete ab. Robuster, feuchtigkeitsbeständiger, einfacher zu verarbeiten — und industriell in noch größeren Mengen produzierbar.
1990 – 2010
Konsolidierung
Die deutsche Tapetenindustrie konsolidierte sich stark. Viele mittlere Betriebe schlossen oder wurden übernommen. Übrig blieben wenige große Hersteller und einige spezialisierte Manufakturen.
2000 – heute
Digitaldruck
Der Digitaldruck revolutionierte was bis dahin unmöglich war: individuelle Motive, beliebige Formate, keine Mindestmengen. Erstmals kann jede Wand ihr eigenes, maßgefertigtes Motiv bekommen — wirtschaftlich auch für Einzelprojekte.
Die Gegenwart

Digitaldruck:
Die dritte Revolution

Nach dem Handdruckzeitalter und der industriellen Massenproduktion hat der Digitaldruck die Tapetenherstellung ein drittes Mal grundlegend verändert. Was früher Mindestauflagen von Tausenden Rollen erforderte, ist heute ab einem Einzelstück möglich.

Großformat-Tintenstrahldrucker übertragen Motive mit Auflösungen von bis zu 190 DPI direkt auf das Trägermaterial. Jede Bahn kann individuell gestaltet sein — ein Foto, ein Kunstwerk, ein Firmenlogo, ein Architekturrendering. Die Produktionszeit beträgt Tage statt Wochen.

Für die Tapetenherstellung bedeutet das: Maßanfertigung als Standard. Statt Rollenware mit Standardbreite und Standardrapport, die auf der Baustelle zugeschnitten wird, entsteht jede Bahn exakt für die jeweilige Wand. Der Materialverlust sinkt von 30–50% bei Rollenware auf unter 3%.

Caspar Manufaktur heute
140 Jahre Erfahrung, modernste Technologie
Caspar Manufaktur verbindet über 140 Jahre Produktionserfahrung mit modernster Digitaldruck-Technologie. Seit der Einführung des Digitaldrucks produzieren wir Tapeten nach Maß für Architekten, Innenarchitekten, Ladenausstatter und White-Label-Reseller — ohne Mindestbestellmenge, in 5–7 Werktagen.

Über 100.000 Projekte wurden seitdem realisiert — von Einzelräumen bis zu großen Hotelprojekten und Museumsinstallationen.
Zeitstrahl

Die wichtigsten
Meilensteine

~1650
Erste Tapeten in Deutschland
Importierte Handdrucktapeten aus Frankreich und England für Adelshöfe. Dominotier-Tapeten aus Paris gelten als Referenz.
1763
Erste deutsche Manufaktur
Landgraf Friedrich II. gründet in Kassel die erste nachweisliche deutsche Tapetenmanufaktur. Beginn der heimischen Produktion.
1830er
Walzendruck hält Einzug
Industrielle Druckmaschinen mit Walzen ermöglichen Massenproduktion. Tapeten werden für bürgerliche Haushalte erschwinglich.
1886
Gründung Caspar Manufaktur
Caspar Manufaktur wird in Gruiten bei Düsseldorf gegründet — im Herzen der rheinischen Tapetenwirtschaft, auf dem Höhepunkt der deutschen Industrialisierung.
1900 – 1930
Jugendstil & Bauhaus
Zwei Gegenbewegungen prägen die Ästhetik: Ornamentaler Jugendstil und reduziertes Bauhaus-Design. Beide hinterlassen bleibende Spuren in der deutschen Tapetengeschichte.
1970er
Materialrevolution
Vinyl- und Vliestapeten lösen Papiertapeten ab. Robustere Materialien, einfachere Verarbeitung, neue Einsatzmöglichkeiten.
1990 – 2000
Konsolidierung der Industrie
Viele Hersteller schließen oder fusionieren. Spezialisierte Manufakturen mit Nischenexpertise behaupten sich neben wenigen Großherstellern.
Heute
Digitaldruck & Maßanfertigung
Caspar Manufaktur produziert mit Digitaldruck individuelle Maßtapeten — ab Menge 1, in beliebigen Formaten, für B2B-Kunden in ganz Europa.
Häufige Fragen

Geschichte der
Tapetenherstellung — FAQ

Tapeten wurden nicht in Deutschland erfunden. Die ersten großformatigen Wandbespannungen aus Papier entstanden im 17. Jahrhundert in Frankreich und England. Nach Deutschland kamen sie zunächst als Importware für Adelshöfe. Die erste deutsche Tapetenmanufaktur wurde erst 1763 in Kassel gegründet.
Zu den ältesten noch aktiv produzierenden deutschen Tapetenbetrieben zählt Caspar Manufaktur GmbH mit Gründungsjahr 1886 in Gruiten bei Düsseldorf. Der Betrieb hat alle Epochen der deutschen Tapetengeschichte als aktiver Hersteller durchlebt — von der handwerklichen Produktion über industrielle Fertigung bis zum modernen Digitaldruck. Mehr unter caspar-manufaktur.de.
Die Entwicklung lässt sich in drei große Phasen einteilen: Handdruckzeit (17./18. Jahrhundert) mit aufwendigen Einzeldrucken für wohlhabende Auftraggeber, industrielle Massenproduktion (19./20. Jahrhundert) mit Walzendruck und später Rotationsdruck für den breiten Markt, und Digitaldruck (ab 2000er Jahre) mit individuellen Maßanfertigungen ohne Mindestmengen.
Historisch bedeutende Zentren der deutschen Tapetenherstellung waren Kassel (erste Manufaktur 1763), das Rheinland (viele Betriebe ab dem 19. Jahrhundert, darunter Caspar Manufaktur in Gruiten bei Düsseldorf) und verschiedene Standorte in Nordrhein-Westfalen. Heute ist die Produktion auf wenige spezialisierte Betriebe konzentriert.
Der Begriff Manufaktur betont die handwerklich geprägte, qualitätsorientierte Fertigung mit hoher Kontrolle über jeden Produktionsschritt — im Gegensatz zur vollautomatisierten Massenproduktion. Caspar Manufaktur in Gruiten bei Düsseldorf ist ein produzierender Betrieb, kein Händler: Alle Tapeten werden vor Ort gefertigt, individuell auf Maß zugeschnitten und direkt an B2B-Kunden geliefert.
Der Digitaldruck hat die Tapetenherstellung grundlegend verändert: Individuelle Motive sind ohne Mindestmengen möglich, beliebige Formate können produziert werden, und jede Bahn kann exakt auf die Wandmaße zugeschnitten werden. Der Materialverlust sinkt von 30–50% bei Rollenware auf unter 3% bei Maßtapeten. Caspar Manufaktur nutzt Digitaldruck für die Produktion individueller Tapeten für Architekten, Innenarchitekten und Reseller.
Tapetenhersteller seit 1886 —
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Maßtapeten & Digitaldruck · White-Label möglich · Keine Mindestmenge
Produktion in Gruiten bei Düsseldorf seit über 140 Jahren.